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Nachrichten für Erwachsene

Bundesregierung will mehr Geld in Weiterbildung investieren

Die Bundesregierung möchte einen Anspruch auf das Nachholen eines Berufsabschlusses einführen, um die Chancengleichheit in der Arbeitswelt zu erhöhen. Zusätzlich investiert sie zukünftig 245 Millionen Euro im Jahr, um mehr Menschen den Zugang zu Weiterbildungen zu ermöglichen.

Am 9. Mai 2019 erschien die neue Studie Skills Outlook 2019 der OECD. Das Scoreboard zeigt, wie Länder im Vergleich auf den digitalen Wandel reagieren. In Deutschland liegen die 16- bis 29-Jährigen weit über dem Durchschnitt, die älteren Arbeitnehmer allerdings darunter. Woran liegt das? Viele geringqualifizierte Arbeitnehmer, die von der Automatisierung betroffen sein könnten, nehmen nicht oder nur selten an Weiterbildungen teil. OECD forderte daher die Regierung auf, mehr Geld in Weiterbildungen zu investieren und das bestehende Bildungssystem in ein System des lebenslangen Lernens umzuwandeln. 

Die Bundesregierung reagierte nun darauf und stellte am 12. Juni 2019 eine Nationale Weiterbildungsstrategie vor. Diese soll eine Chancengleichheit für alle Menschen in der Arbeitswelt schaffen und Antworten auf den digitalen Wandel finden. „Wir müssen in Deutschland eine echte Weiterbildungskultur entwickeln und zwar für jeden“, so Bildungsministerin Anja Karliczek. Derzeit nehmen weniger als 20 Prozent der Menschen ohne Berufsabschluss an einer Weiterbildung teil. Bei den Hochschulabsolventen liegt der Durchschnitt immerhin bei 50 Prozent. Um Geringqualifizierten bessere berufliche Chancen zu ermöglichen, soll der Anspruch auf das Nachholen eines Berufsabschlusses eingeführt werden. Dadurch gäbe man ihnen eine zweite Chance und könne sie als Fachkräfte gewinnen. Die Regierung möchte daher in Zukunft jährlich 245 Millionen Euro für Weiterbildungen zur Verfügung stellen, um die individuelle Förderung zu erhöhen.

Laut Arbeitsminister Hubertus Heil hätten 1,5 Millionen Menschen zwischen 20 und 30 keine berufliche Erstausbildung und seien unmittelbar von der Nationalen Weiterbildungsstrategie betroffen.

Berufsbildungsbericht 2019: erhöhtes Arbeitslosigkeitsrisiko für Ungelernte

Der Berufsbildungsbericht des Bundesbildungsministeriums für 2019 wurde Anfang April 2019 veröffentlicht. Laut Bericht ist die Zahl der Ungelernten im Vergleich zu 2017 um 130.000 gestiegen.

Der Berufsbildungsbericht des Bundesbildungsministeriums für 2019 wurde Anfang April 2019 veröffentlicht. Laut Bericht ist die Zahl der Ungelernten im Vergleich zu 2017 um 130.000 gestiegen. Bei den Ungelernten handelt es sich vor allem um Schulabbrecher. Zwei von Drei Abbrechern sind nicht ausgebildet. Vor allem diese Gruppe hat mit einem erhöhten Arbeitslosigkeitsrisiko zu kämpfen: Im Vergleich zu Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung ist das Risiko fünfmal so hoch. Damit es nicht dazu kommt, dass diese Generation abgehängt wird, fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mehr Unterstützung. So soll durch ein Praktikum während der Schulzeit bereits das Interesse an einem handwerklichen Beruf gefördert werden. Zudem sollen Auszubildende, die in einem weiterentfernten Betrieb ihre Ausbildung absolvieren, mehr Zuschüsse bekommen. Lehrstellen sind laut Berufsbildungsbericht genug vorhanden, nur müssen die Konditionen attraktiver gestaltet werden.

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